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Laufen Deine Pläne schon für die Sommerferien 2017? Lust auf eine ...

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„Mit dem Valentin kann man prima toben!“ Die 6jährige Zoé reißt das Tor hoch und rennt lachend damit davon. „He, Zoé, lass das Tor stehen! Na warte, ich krieg dich!“ Valentin läuft los. Zoés Lachen und Kreischen schallen durch den Garten, ehe sie sich prustend ihrem Verfolger stellt. „Ja, es macht mir Spaß, hier Sterntaler zu sein“, sagt Valentin Morgner. Der 14jährige Schüler der Seminar-Oberschule Auerbach ist seit drei Tagen in der Evangelischen Kindertagesstätte in Auerbach als Sterntaler unterwegs. Von dem Angebot der Diakonie Auerbach hatte seine Mutter in der Zeitung gelesen. „Er ist ein Gewinn für alle“, sagt Leiterin Mandy Leibe. „Der Junge macht es mit den Kindern richtig gut, und die Kinder freuen sich, dass mal ein junger Mann mit ihnen Fußball spielt und tobt.“ In der Kindertagesstätte in der Andreas Schubert-Straße werden 19 Kindergartenkinder, 12 Krippenkinder und bis zu 10 Kinder mit heilpädagogischem Förderbedarf betreut, was insgesamt zu einem etwas besseren Betreuungsschlüssel führt. Jede zusätzlich helfende Hand ist dennoch hochwillkommen. Da es ihm in der Kita großen Spaß macht, wird Valentin Morgner in der letzten Ferienwoche sein Praktikum noch einmal verlängern. „Eigentlich wollte ich ja mal einen landwirtschaftlichen Beruf ergreifen. Aber jetzt könnte ich mir auch vorstellen, Erzieher zu werden.“

Auch für Jessica Schwabe war die Sterntalerzeit eine wichtige Erfahrung, die ihren Berufswunsch nachhaltig beeinflusste. „Dass ich mal mit Menschen arbeiten möchte, war mir schon immer klar. Aber, dass ich mit Kindern so gut kann, war mir neu.“ Sie machte ihr schulisches Sozialpraktikum in einer Elterninitiative, die Eltern mit Kindern mit Behinderung entlastet. Danach war sie noch zweimal „Sterntalerin“ bei Gabi Appelbohm, die bei der Stadtmission Plauen die mobile Jugendarbeit verantwortet. „Wir bieten alljährlich in den Sommerferien eine Ferienspaßwoche für Grundschüler an und dabei brauche ich Unterstützung!“ Jessica Schwabe sagt: „Es hat mit so gut gefallen, mit den Kindern zu arbeiten, dass ich im nächsten Jahr gleich nochmal mitgemacht habe. Es ist so etwas Schönes!“ Zurzeit „baut“ sie in Leipzig ihr Fachabitur in Sozialwesen, danach bricht sie zu einem Bachelor-Studium der Heilpädagogik nach Münster auf.

„Das gelebte Leben der alten Menschen und ihre Erfahrungen – das hat mich von Anfang an fasziniert und letztlich auch dazu bewogen, Altenpfleger zu werden! Den pflegebedürftigen Menschen ein Ohr zu leihen und mit ihnen gemeinsam daran zu arbeiten, die verbliebenen Ressourcen und Möglichkeiten möglichst lange zu erhalten, ist eine tolle Sache!“ Maximilian Popp, ein hochgewachsener 18jähriger, der gerade im dritten Jahr die Berufsausbildung zum Altenpfleger absolviert, strahlt Ruhe, Gelassenheit und Einfühlungsvermögen aus. Trotzdem: Wie kommt ein junger Mann auf die Idee, Altenpfleger zu werden? „Na ja, zum ersten Mal war ich im Rahmen meines schulischen Sozialpraktikums hier im „Maria Magdalenen Haus“. Und das hat mir gut gefallen.“ Das Altenpflegeheim „Maria Magdalenen Haus“ in Weischlitz bei Plauen ist ein kleines und fast familiär geführtes Haus der Stadtmission Plauen mit nur 42 Betten. Man versteht auch als Besucher sofort, warum sich Bewohner und Mitarbeitende hier gleichermaßen wohl fühlen.

Obwohl damals erst 14 Jahre alt, konnte sich Maximilian Popp vorstellen, später einmal in der Pflege zu arbeiten. „Dann habe ich meinen Berufswunsch noch einmal überprüft und bin in den nächsten Sommerferien für zwei Wochen als Sterntaler zurückgekommen.“ Die Sterntalerzeit hat ihn bestärkt. „Und für uns war klar, dass wir den Max unbedingt als Azubi haben wollten“, schmunzelt Heimleiterin Christina Kliche. „Der Max war schon als Praktikant einfach richtig klasse – und die alten Menschen haben sich natürlich auch darüber gefreut, es mal mit einem jungen Mann zu tun zu haben!“

Der 14-jährige Wernhard Voedisch hat es ausprobiert: Als Sterntaler hat er für eine Woche im Epilepsiezentrum Kleinwachau in einer Wohngruppe für Jugendliche zwischen 17 und 21 Jahren mitgeholfen und sie in ihrem – manchmal schwierigen - Alltag unterstützt. Von seinen neuen Erfahrungen ist der Schüler, der „normalerweise“ das Dresdner Kreuzgymnasium besucht, so begeistert, dass er sich vorstellen könnte, später einen sozialen Beruf zu ergreifen. Es war das erste Mal, dass er mit Menschen mit Behinderung zu tun hatte. Eine Entdeckung: „Es macht so viel Freude, Menschen, denen es nicht so gut geht, in ihrem Alltag zu helfen!“

Sylvia I. (15 Jahr) machte im Altenpflegeheim " Im Sonnenlicht" in Frankenberg ihre Sterntalerzeit. Sie erfuhr durch Freunde von dieser Möglichkeit eines 2-wöchigen Ferienpaktikums und suchte sich gleich einen Einsatzplatz. "Ich helfe beim Putzen und Bettenmachen. Danach gehe ich zusammen mit den Omas und Opas in den Garten. Dort erwarten uns schon die Kaninchen im Stall, welche ich übrigen auch mit versorgen muss." berichtet Sylvia begeistert. Sie ist noch auf der Suche nach einem Berufwunsch und will mit dem Praktikum ausprobieren, ob die Pflege und Betreuung von alten Menschen etwas für sie sein könnte.